In Sibiriens Kohlenpott 3/4: Ossinniki

Oblast Kemerowo/Kusbass
Oktober 2020

Die dritte Station meiner Kusbass-Reise im Oktober 2020 war die Straßenbahn Ossinniki. Mit rund 40.000 Einwohnern ist es die kleinste Stadt mit einer Tram im Kusbass; das Netz ist entsprechend übersichtlich. Ossinniki liegt rund 25 Kilometer südöstlich von Nowokusnezk, von wo es mit der Elektritschka erreichbar ist. Der Ort wurde 1926 unter dem Namen Ossinowka an der Stelle einer bereits bestehenden schorischen Siedlung errichtet. Im Jahr 1938 erhielt er Stadtrechte und den heutigen Namen. Die Straßenbahn Ossiniki wurde 1960 eröffnet und gehört damit zu den jüngsten in Russland.

Wegen der Nähe zu Nowokusnezk besuchte ich den Betrieb von dort aus. Das erste Mal war ich am 14. Oktober in Ossiniki. Das war der Morgen nachdem man mir im Hotel in Nowokusnezk mitgeteilt hatte, dass ich wegen des abgelaufenen Visums nicht dort bleiben konnte. Zur Erinnerung: Wir befinden uns mitten in der Pandemie, die Grenzen sind dicht. Sämtliche Visa wurden per Dekret verlängert, doch in meinem Hotel will man davon nichts wissen und fürchtet die Bürokratie. Noch während der Fahrt erhielt ich zum Glück die Bestätigung für eine AirB’n’B-Wohnung. So konnte ich mir also entspannt das Städtchen mit seinem kleinen Tramnetz anschauen.

Am letzten Tag vor der Rückreise nach Moskau war ich vormittags noch einmal in Ossinniki, bevor es mit dem Bus zurück von Nowokusnezk nach Kemerowo ging. An diesem Tag zeigte sich sogar endlich einmal die Sonne.

Straßenbahn Ossiniki: Netz aus zwei Linien

Netzplan Ossiniki

Netzplan der Straßenbahn Ossinniki (Oktober 2020)

Das Netz der Straßenbahn Ossinniki besteht nur aus zwei Linien, die eine gemeinsame Strecke durchs Zentrum befahren. Am westlichen Stadtrand gabeln sie sich in zwei Äste, einen zum Bahnhof sowie einen zur Haltestelle RMS. Die Strecke zum Bahnhof ist eingleisig mit einer Ausweiche vor der Einfahrt zum Depot. Die Strecke in Richtung RMS, der Name kommt von einer Firma für Bergbauausrüstung, führte einst weiter zum Kohlebergwerk Ossinnikowskaja. Die zuerst eröffnete Linie 1 verband ab 1960 den Bahnhof mit diesem Bergwerk. Es hieß damals noch Kapitalnaja-2.

Die Strecke ins Stadtzentrum entstand 1962, zunächst jedoch nur bis zum Stadion. Hier verkehrte anfangs die Linie 2 vom Stadion zum Bergwerk. Nachdem die Bebauung weiter nach Süden vorgedrungen war, baute man einen neuen Abzweig vom Busbahnhof aus entlang der Uliza Rewoljuzii zur heutigen Endhaltestelle Juschnaja. Diese Strecke ging 1991 in Betrieb, während zugleich der kurze Ast zum Stadion stillgelegt wurde. Ebenso entfiel 1991 die Linie 1. Den Bahnhof bediente fortan die neue Linie 3 von der Haltestelle Juschnaja aus. Später kam noch die Linie 4 hinzu, die eine verkürzte Variante der Linie 2 von der Juschnja zur Haltestelle RMS darstellt.

Die Strecke von der Haltestelle RMS zum Bergwerk wurde 2010 stillgelegt. Damals waren zahlreiche Bewohner der dortigen Stadtteile aufgrund von Bergschäden in den südlichen Teil der Stadt umgesiedelt worden, womit kein Verkehrsbedürfnis mehr bestand. Damit entfiel auch die Linie 2. So kommt es, dass es heute nur die Linien 3 und 4 gibt. Sie verlaufen unverändert von der Juschnaja zum Bahnhof sowie von der Juschnaja zur Haltestelle RMS.

Vielseitiger Fahrzeugpark

Der kleine Betrieb hat eine Vielfalt an verschiedenen Fahrzeugen im Bestand, wobei sich seit meinem Besuch einige Änderungen ergeben haben. Nicht mehr im Einsatz sind die beiden RVZ-6 aus Riga, von denen ich einen noch in Betrieb erlebt habe. Auch die beiden Petersburger 71-134K (LM-99K) sind mittlerweile abgestellt. Noch in Betrieb sind dagegen zwei 71-132 (LM-93), ein KTM-5, ein BKM 60102 sowie mehrere KTM-19. Bereits im Oktober 2020 abgestellt war der einzige 71-134A (LM-99AVN).

Die KTM-19 wurden gebraucht aus Moskau übernommen, ebenso wie zuvor zwei KTM-5 aus Nowokusnezk. Das Depot befindet sich an der Uliza Lenina an der Strecke zum Bahnhof.

Die eingleisige Strecke zum Bahnhof

Kommt man mit dem Zug nach Ossinniki, macht man zuerst Bekanntschaft mit der Linie 3 zum Bahnhof. Viele Züge halten allerdings nicht hier, über den Tag verteilt sind es sieben Verbindungen aus Nowokusnezk. Die Fahrzeit beträgt zwischen 29 und 47 Minuten. Neben dem Bahnhof gibt es noch den näher am Zentrum gelegenen Haltepunkt 405 Km. Zur Straßenbahn geht es vom Bahnsteig zunächst über eine lange Fußgängerbrücke. Danach folgt noch ein kurzes Stück entlang der Straße bis zur etwas verloren in der Landschaft liegenden Wendeschleife. Abgesehen von ein paar Chruschtschowkas ist dieser Teil der Stadt von Einfamilienhäusern geprägt und wirkt entsprechend dörflich.

Tram Ossinniki, Wagen 64

Wagen 64 (71-132, Petersburger Straßenbahnmechanisches Werk 1998) wartet am 17. Oktober 2020 an der Wendeschleife am Bahnhof auf die Abfahrt.

Zunächst geht es in Seitenlage entlang der Stanzionnaja Uliza, die parallel zu den Gleisanlagen verläuft.

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 68

Wagen 68 (71-134K, Petersburger Straßenbahnmechanisches Werk 2007) biegt von der Stanzionnaja Uliza in die Uliza Lenina ein und unterquert dabei eine Fernwärmeleitung 14. Oktober 2020).

Entlang der Uliza Lenina

Bei der Haltestelle Tobolskaja Uliza biegt die Strecke dann nach Osten in die Uliza Lenina ab.

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 73

An der Haltestelle Tobolskaja Uliza befindet sich ein Lebensmittelgeschäft der im Kusbass häufigen Kette Fasol. Hier biegt gerade Wagen 73 (71-605, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 1990) auf dem Weg in die Stadt in die Uliza Lenina ein 14. Oktober 2020).

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 73

Drei Tage später war das gleiche Fahrzeug wieder auf der Linie 3 im Einsatz, hier an derselben Stelle aus der anderen Richtung gesehen, auf dem Weg zum Bahnhof (17. Oktober 2020).

Von hier folgt die Strecke der Uliza Lenina in Seitenlage. Der erste Kilometer bis zum Gleisdreieck an der Verzweigung der Streckenäste ist weiterhin eingleisig. Auch hier dominieren Einfamilienhäuser das Ortsbild.

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 74

Wagen 74 (71-619A-01, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 2009) kam Ende 2019 aus Moskau nach Sibirien. Die Folierung „300 Jahre Kusbass“, die auch in Nowokusnezk 2020 viele Wagen zierte, trägt er bis heute (14. Oktober 2020).

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 73

Noch einmal Wagen 73 (71-605, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 1990) mit seiner stilvollen Lackierung, die er noch aus seiner Nowokusnezker Zeit trägt (17. Oktober 2020).

Ausweichstelle am Depot

An der Depot-Einfahrt

Mittlerweile ausgemustert und im September 2023 verschrottet wurde Wagen 61 (71-132, Petersburger Straßenbahnmechanisches Werk 1994). Hier steht er in der Ausweiche an der Haltestelle Tramwajnoje Uprawlenije (14. Oktober 2020).

Etwa auf der Hälfte dieses Abschnitts liegt die Einfahrt zu Depot, die dortige Haltestelle heißt Tramwajnoje Uprawlenije. Hier befindet sich auch die einzige Ausweichstelle. Das Depotgelände war nicht zugänglich, auch ein Foto durch den Zaun wollte der Wachdienst nicht erlauben. Dort standen mehrere abgestellte Wagen auf dem Gelände, unter anderem ein 71-134A.

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 68

Wagen 68 (71-134K, Petersburger Straßenbahnmechanisches Werk 2007) hat hier gerade die Ausweiche verlassen. Im Hintergrund ist noch Wagen 61 (71-132, Petersburger Straßenbahnmechanisches Werk 1994) zu erkennen (14. Oktober 2020).

KMT-19

Ungefähr die gleiche Stelle von der anderen Seite mit Sonnenschein und Wagen 74 (71-619A-01, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 2009, 17. Oktober 2020).

Kurz vor der Verzweigung der Streckenäste prägen dann Wohnblocks das Bild. Parallel zu den Gleisen führt ein asphaltierter Fußweg.

Tram Ossinniki, Wagen 72

Wagen 72 (71-605, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 1989, 14. Oktober 2023) stammt wie Wagen 73 aus Nowokusnezk. Auch er trägt noch die dortige Lackierung, jedoch in anderen Farbtönen. Er ist heute der einzige KTM-5, der in Ossinniki noch in Betrieb ist.

Am Gleisdreieck

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 68

Wagen 68 (71-134K, Petersburger Straßenbahnmechanisches Werk 2007) biegt aus der Uliza Kirowa in Richtung Bahnhof in die Uliza Lenina ein (14. Oktober 2023).

Wo die Uliza Kirowa von der Uliza Lenina abzweigt, befindet sich auch das Gleisdreieck. Nach rechts geht es in die Innenstadt, geradeaus weiter der Uliza Lenina entlang bis zur Haltestelle RMS. Beide Streckenäste sind zweigleisig ausgebaut.

Gleisdreieck

Hier kommt Wagen 72 (71-605, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 1989) gerade als Ausrücker vom Depot und macht sich auf den Weg in Richtung RMS (14. Oktober 2023).

RVZ-6

Unbestrittenes Highlight war am 14. Oktober 2023 der Einsatz von Wagen 32 (RVZ-6M2, Rigaer Waggonfabrik 1983), der mittlerweile abgestellt ist. Hier biegt er gerade von der Uliza Lenina in die Uliza Kirowa ab.

Hinauf in Richtung Innenstadt

Tram Ossinniki, Wagen 70

Eines der beiden Fahrzeuge aus belarussischer Produktion, Wagen 70 (BKM 60102, Belkommunmasch 2012), hat gerade die Haltestelle Gorotdel verlassen. Gleich wird er die Anschlussbahn des Kohlebergwerks unterqueren (14. Oktober 2020).

Die Strecke vom Gleisdreieck in Richtung Innenstadt führt entlang der Uliza Kirowa zunächst in eine Senke hinab. Dort unterquert sie das von der Hauptbahn abzweigende Anschlussgleis zum Kohlebergwerk Ossinikowskaja, worauf sich eine steile Rampe hinauf ins Zentrum anschließt.

Die Rampe hinauf zur Stadt

Wagen 64 (71-132, Petersburger Straßenbahnmechanisches Werk 1998) kommt die Rampe in Richtung Stadtzentrum heraufgefahren (17. Oktober 2020). Im Hintergrund ist die Brücke der Anschlussbahn des Kohlebergwerks zu erkennen.

Die Rampe hinauf zur Stadt

Die gleiche Szenerie noch einmal mit Wagen 72 (71-605, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 1989, 17. Oktober 2020)

Die hügelige Landschaft im südlichen Kusbass erinnerte mich ein wenig an meine süddeutsche Heimat. Der Eindruck wurde sicher auch dadurch verstärkt, dass das Umland von Moskau, wo ich damals lebte, eher flach ist.

Tram-Interieur

Mit Wagen 61 (71-132, Petersburger Straßenbahnmechanisches Werk 1994) geht es die Rampe in die Stadt hinauf (14. Oktober 2020).

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 32

Wagen 32 (RVZ-6M2, Rigaer Waggonfabrik 1983) hat die Steigung hinauf in die Stadt erklommen und überquert die Uliza Kirowa (14. Oktober 2020).

Am Ende der Rampe überquert die Trasse die Uliza Kirowa, um in Seitenlage in Richtung Innenstadt zu führen. Hier direkt befindet sich die Haltestelle DK Schachtjor, benannt nach dem Kulturpalast der Bergleute. Am Stadtrand folgt die Haltestelle Potschta (Post).

Im alten Stadtzentrum

Tram Ossinniki, Wagen 74

Wagen 74 (71-619A-01, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 2009) überquert hier gerade die Uliza Gagarina auf dem Weg in Richtung Juschnaja (14. Oktober 2020).

In der Stadt prägen zunächst Bauten aus der Stalinzeit das Bild.

Bergmann, Ossinniki

An der Uliza Gagarina begegnet diese Statue eines Bergmanns (14. Oktober 2020).

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 72

Hier noch einmal die Kreuzung Uliza Kirowa / Uliza Gagarina von der anderen Seite aus gesehen am Abend des 14. Oktober 2020 mit Wagen 72 (71-605, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 1989).

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 73

Und ein weiteres Mal dieselbe Kreuzung, nun mit Wagen 73 (71-605, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 1990) unterwegs in Richtung Bahnhof (14. Oktober 2020).

Am Busbahnhof

Kurz nach einem Denkmal für die Liquidatoren des Reaktorunglücks von Tschernobyl zweigt die Uliza Kirowa nach rechts ab. Dort befindet sich der Busbahnhof von Ossinniki; bis 1991 folgte auch die Tram ein Stück dieser Straße. Der Busbahnhof ist nicht direkt durch die Straßenbahn erschlossen. Die Haltestelle Ploschtschad Sokolowa liegt ein Stück nördlich, die folgende Uliza Rewoljuzii etwas südlich.

Tram Ossinniki, Wagen 61

Wagen 61 (71-132, Petersburger Straßenbahnmechanisches Werk 1994) ist nahe dem Busbahnhof auf dem Weg Richtung Bahnhof (14. Oktober 2020).

Busbahnhof Ossinniki

Busbahnhof Ossinniki (14. Oktober 2020)

Heute dagegen führt die Straßenbahnstrecke weiter geradeaus und folgt der Uliza Rewoljuzii.

Uliza Rewoljuzii, Ossiniki

Entlang der Uliza Rewoljuzii ist hier Wagen 75 (71-619A, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 2009) unterwegs in Richtung RMS (14. Oktober 2020).

Neues Stadtzentrum und Streckenende

Es folgt das neue Stadtzentrum mit der Dreifaltigkeitskirche, dem Rathaus und dem städtischen Museum. Hier befindet sich die Haltestelle Swjato-Troizkij Chram, benannt nach der Kirche. An dem Platz habe ich in einem kleinen Schreibwarenladen auch die einzige Postkarte aus Ossinniki gefunden.

Rathaus Ossinniki

Rathaus und Lenin-Denkmal (14. Oktober 2020)

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 73

Wagen 73 (71-605, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 1990) erreicht in den Abendstunden des 14. Oktober 2020 die Haltestelle Swjato-Troizkij Chram).

Unterhalb der Trasse befindet sich ein kleiner Park, in dem Bergbautechnik ausgestellt ist.

Stadtpark Ossinniki

Grubenbahnen im Stadtpark von Ossinniki (14. Oktober 2020).

Hinter der Haltestelle Swjato-Troizkij Chram nimmt die Strecke für rund einen halben Kilometer eine südwestliche Richtung ein. Auf diesem Abschnitt folgt noch die Haltestelle Sberbank.

Endhaltestelle Juschnaja, Ossinniki

Wagen 65 (71-132, Petersburger Straßenbahnmechanisches Werk 1994) kurz vor der Haltestelle Juschnaja (14. Oktober 2020).

An der Endhaltestelle Juschnaja befindet sich in Richtung Norden ein Überholgleis. Die Bebauung mit Wohnblocks unterschiedlicher Höhe zieht sich nach der Wendeschleife noch ein Stück weiter an der Uliza Rewoljuzii entlang. Danach schließt direkt das Dorf Krasnaja Orlowka an.

Die Strecke in Richtung RMS

Der Ast der Linie 4 vom Gleisdreieck in Richtung RMS führt weiter in Seitenlage entlang der Uliza Lenina. Die Strecke führt zunächst nur an einzelnen Häusern vorbei, bevor an der Haltestelle DK Oktjabr ein weiteres Nebenzentrum der Stadt beginnt.

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 70

Wagen 70 (BKM 60102, Belkommunmasch 2012) nahe der Haltestelle Uliza Budjonnogo (14. Oktober 2023)

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 65

Kurz zeigt sich am 14. Oktober 2020 die Sonne, als Wagen 65 (71-132, Petersburger Straßenbahnmechanisches Werk 1994) hier nahe der Haltestelle DK Oktjabr in Richtung Juschnaja unterwegs ist.

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 65

Noch einmal Wagen 65 kurz vor der Haltestelle Metschet (Moschee) (14. Oktober 2020)

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 67

Wagen 67 (71-134K, Petersburger Straßenbahnmechanisches Werk 2004) an der Haltestelle Metschet (17. Oktober 2020)

Straßenbahn Ossinniki, Wagen 75

Wagen 75 (71-619A, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 2009) an der Haltestelle Trawmatologija (14. Oktober 2020)

An der vorletzten Haltestelle Trawmatologija folgt noch einmal Wohnbebauung aus der Stalinzeit. Diese endet jedoch nach einigen Hundert Metern wieder und nach einem kurzen Überlandabschnitt wird die Schleife an der Endstation RMS erreicht.

Tram Ossinniki, Wagen 32

Der Rigaer Wagen 32 (RVZ-6M2, Rigaer Waggonfabrik 1983) nahe der Endhaltestelle RMS (14. Oktober 2023)

Wagen 32

Wagen 32 an der Schleife der Endhaltestelle RMS (14. Oktober 2020)

RVZ-6, Führerstand

Fahrerkabine von Wagen 32 (14. Oktober 2020)

An der Endstation durfte ich kurz einen Blick in die Fahrerkabine des RVZ-6 werfen.

Die Gleise der stillgelegten Strecke zum Bergwerk Ossinnikowskaja sind teilweise noch vorhanden, die Oberleitungsmasten fast durchgehend. Dort befand sich auch das Highlight der Straßenbahn Ossinniki, eine Brücke mit einer Gleisverschlingung.

Neben der Straßenbahn Ossiniki gab es zuvor ganz in der Nähe einst auch noch eine Straßenbahn auf dem Gebiet der Stadt Kaltan. Sie verband die Siedlungen Malyschew Log und Postojannyj und diente der Anbindung eines Kohlebergwerks. Sie wurde 1957 auf einem nicht mehr genutzten Eisenbahngleis in Betrieb genommen und besaß nur einen einzigen Wagen, einen Zweirichter der Reihe MS. Der improvisierte Betrieb wurde allerdings schon 1961 wieder stillgelegt.

Zurück am Bahnhof

KTM-5, Wagen 73

Wagen 73 (71-605, Ust-Katawer Waggonbaufabrik 1990) an der Wendeschleife am Bahnhof (17. Oktober 2023)

Mit diesem letzten Bild vor meiner Abfahrt nach Nowokusnezk endet nun der Fotobericht von der Straßenbahn Ossinniki. Am späten Nachmittag ging es dann mit dem Bus weiter nach Kemerowo und am nächsten Morgen zurück nach Moskau. Aber es wird noch einen vierten und letzten Teil der Kusbass-Serie geben. In diesem geht es dann in die berüchtigte Bergbaustadt Prokopjewsk, wo ich am 15. und 16. Oktober 2020 war.

Links zur Straßenbahn Ossinniki

Straßenbahn Ossinniki bei transphoto.org
Straßenbahn Ossinniki auf der privaten Seite von Jurij Maller (russisch, englich)
Beitrag mit Fotos zur Straßenbahn Ossinniki von E. Solotuchin (2014, russisch)

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